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Sauermann bringt die Stabilität zurück

Nach anfänglichen Schwierigkeiten haben sich Leverkusens Volleyballerinnen unter Trainer Dirk Sauermann in der zweiten Saisonhälfte wie ein Spitzenteam präsentiert. Abteilungsleiter Jürgen Rothe lobt die Entwicklung des Teams.

Dirk Sauermann lässt derzeit in seiner zweiten Heimat Finnland die Seele baumeln. Die erste Saison seit seiner Rückkehr zu den Zweitliga-Volleyballerinnen des TSV Bayer 04 war für den Trainer ein Abenteuer – ein anstrengendes, aber auch ein spaßiges und erfolgreiches. Auf Platz drei beendete die im vergangenen Sommer stark umgebaute Mannschaft die Saison, das Saisonziel wurde damit erreicht.

„Das ist nach dem Umbruch, den wir hatten, ein wirklich gutes Ergebnis. Wir haben eine Reihe junge Spielerinnen entwickelt. Es ist immer mehr drin, aber wir sind nicht unzufrieden. Es ist gut gelaufen“, sagt Abteilungsleiter Jürgen Rothe und blickt auf die andere Seite des Tisches. Dort sitzt Sauermann und kann den Ausführungen seines Mitstreiters „nur zustimmen. Wir sind wirklich zufrieden.“

Dabei gab es anfangs auch Zweifel. Der Saisonstart mit drei Niederlagen in Serie sorgte im vergangenen Spätsommer für einige Sorgenfalten bei den beiden Machern. „Wir dachten am Anfang der Saison schon, dass es eher eine Saison des Umbruchs wird“, sagt Sauermann. Zwischenzeitlich stand seine Mannschaft auf dem zehnten Platz. Doch sie arbeitete sich mit zunehmender Dauer der Saison nach oben. In der Rückrunde agierten die Rheinländerinnen wie ein Spitzenteam. Nur gegen Meister und Aufsteiger Wildcats Stralsund konnte Leverkusen in dieser Spielzeit nicht gewinnen, alle anderen Gegner wurden mindestens einmal geschlagen.

Dass die Saison einen positiven Verlauf nahm, schreibt Sauermann in erster Linie seinen Sportlerinnen zu. „Nach dem schwierigen Start haben die Spielerinnen verstanden, dass es darum geht, die Verantwortung auf mehrere Schultern zu verteilen. Sich nicht auf ein, zwei Spielerinnen zu verlassen, die in der Vergangenheit vielleicht den Karren aus dem Dreck gezogen haben“, sagt der 48-Jährige. Insbesondere die Annahme um Libera Julia Hartmann harmonierte glänzend. Auch die neue Zuspielerin Svenja Enning fand sich immer besser zurecht. Die Ergebnisse spiegeln diese Entwicklung sehr treffend.

Die Planungen der neuen Spielzeit laufen bereits seit einigen Monaten. Sauermann und Rothe haben mündliche Zusagen vom Großteil des Kaders bekommen, die Verträge müssen allerdings noch gemacht werden. Drei Abgänge stehen fest – und diese schmerzen. Zuerst wäre da Hartmann, die Identifikationsfigur, die nach ihrer Rückkehrsaison ins Zweitliga-Team nun endgültig mit 29 Jahren aufhört. „Mit Julia Hartmann beendet nicht nur eine sehr gute Libera und Persönlichkeit ihre Volleyballkarriere bei den BayerVolleys, sondern auch ‚ein Gesicht‘ der Abteilung“, sagt Rothe. Zudem zieht es Mittelblockerin Finja Schul und Zuspielerin Alexa Kaminski studiumsbedingt weg aus dem Rheinland. Gespräche mit potenziellen Nachfolgerinnen laufen bereits. „Wir warten auf Rückmeldung“, sagt Sauermann, der sich wie Rothe keinen großen Druck macht.

Ohnehin wirkt der Coach äußerst entspannt. Nicht nur beim Abschlussgespräch der Saison, sondern über die gesamte Spielzeit hinweg machte Sauermann den Eindruck, die Lage im Griff zu haben. Das erkennt auch Rothe. „Dirk hat sich gut eingefunden, er ist wieder zu Hause. Es ist ein wichtiger Punkt, dass wir wieder Stabilität im Team haben“, sagt der Sportchef. Sauermann hatte im Sommer Tigin Yaglioglu beerbt, der im vergangenen Frühjahr unerwartet seinen Abschied bekannt gegeben hatte. Einige Spielerinnen waren seinem Beispiel gefolgt.

Sauermann war vor seiner Zeit in Finnland bis 2010 bereits in Leverkusen tätig und wirkte schon damals an der Seite von Rothe, wurde Vizemeister und Vizepokalsieger. Die erneute Zusammenarbeit beim Wiedersehen nach rund zehn Jahren sei nun „schon etwas anders“, berichtet Sauermann: „Ich muss mich nicht mehr so viel beweisen und kann einige Dinge etwas lockerer sehen. Wir haben weniger Reibung als früher und arbeiten noch enger zusammen.“ Das sieht auch Rothe so. Er sagt: „Wir sind früher öfter mal aneinandergeraten, das war nicht so einfach. Nie persönlich, immer auf den Sport bezogen. Inzwischen sind wir da relativ entspannt.“ In der abgelaufenen Saison gab es schließlich auch wenig Grund zu meckern.

Quelle: Rheinische Post, Leverkusener Sport, Jim Decker & Moritz Löhr, 06.05.2023

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